"Das Wasserfallmodell entspricht dem traditionellen Vorgehen in der Softwareentwicklung: In der Analyse- und Anforderungsphase werden Anforderungen erhoben und feinspezifiziert. In dieser (und nur in dieser) Phase ist die Beteiligung der späteren Nutzer vorgesehen. Hiernach erfolgt die Umsetzung in aufeinander folgenden Projektphasen, wobei eine nachfolgende Phase jeweils erst starten kann, wenn eine vorangehende Phase vollständig abgeschlossen ist. Diese Methode wird auch deshalb Wasserfallmodell genannt, da diese Projektphasen grafisch als in einer Kaskade angeordnete Balken dargestellt werden, was an einen Wasserfall erinnert.

Wasserfallmodelle können in Projekten sinnvoll eingesetzt werden, wo Anforderungen und Prozesse sehr präzise beschrieben werden können und stabil bleiben. In diesem Fall ist die Einbindung von Nutzern über iterative Feedback-/Verbesserungsschleifen nicht erforderlich. Das Wasserfallmodell erlaubt typischerweise eine belastbare Abschätzung von Kosten, die aufgrund der stabilen Anforderungen auch einfach(er) einzuhalten sind. Problematisch sind Wasserfallmodelle bei unklaren / unscharfen Anforderungen, was mit dem Risiko einhergeht, dass die Softwareentwicklung ""im Elfenbeinturm"" stattfindet und für die Praxis untaugliche Softwareapplikationen hervorbringt. Aufgrund der fehlenden Einbindung von Endnutzern über iterative Prozesse werden Fehler erst spät erkannt und müssen dann mit erheblichem Aufwand korrigiert werden. "

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Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.