"Die Ergonomie einer Software (auch: Benutzerfreundlichkeit, Usability) ist entscheidend für die Akzeptanz einer Software, bei digitalen Geschäftsmodellen wie etwa Amazon hängt der Unternehmenserfolg daran. Lässt sich die Software intuitiv bedienen? Wie viele Klicks benötigt der Nutzer bis zum gewünschten Ergebnis? Wie schnell orientiert sich ein Nutzer auf einer Bildschirmseite? Ist die Software performant genug oder verzweifelt der Nutzer an langen Wartezeiten?

Wer noch die Eingabemasken von Software in den 1980er und 1990er Jahren kennt, kann den Quantensprung in punkto Ergonomie von Software nachvollziehen. Wer mit MS Excel arbeitet, hat das ein oder andere Handbuch im Bücherregal oder sucht sich Tipps in einschlägigen Foren. Wer auf Amazon einkauft, erwartet schnelle Orientierung und wenige Klicks bis zum Abschluss einer Transaktion. Darum ist es keine Überraschung, dass Amazon in sogenannten A/B-Tests die Webseite kontinuierlich optimiert: Es werden verschiedene (Design)Varianten einer Seite ausgespielt (A und B), dann wird das Nutzerverhalten ausgewertet. Etwa die Verweilzeit auf einer Seite, die Mausbewegungen, die Scroll-Bewegungen, Abbruchraten in einem Shopping-Prozess und weitere Parameter. Auf Basis dieser Auswertungen wird die Entscheidung für eine der (Design)Varianten getroffen.

Die Entwickler von Google gehen einen Schritt weiter: Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Design-Sprache im Design von Bildschirmen bzw. Benutzeroberflächen zu vereinheitlichen. Wenn die Icons für Drucken, Ausschalten, Play, Pause undsoweiter Material Icons in allen Anwendungen identisch sind, erleichtert dies die Orientierung von Nutzern in Anwendungen. Das ist das Ziel der Material Icons von Google. "

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Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.