In der Geschichte des Computers und der IT Technologie gab es bereits viele Speichermedien; als Ottonormalverbraucher kennt man noch die Floppy-Disk, die 3,5-Zoll-Diskette, den USB-Stick, die externe Festplatte, die CD-ROM. In Unternehmen kennt man vor allem für die BackUp-Archivierung das Bandspeicher Magnetband. Es handelt sich bei diesen stark verbreiteten Speichermedien vor allem um Technologien der magnetischen Speicherung (z.B. Festplatte, externe Festplatte, Magnetband) oder der optischen Speicherung (z.B. DVD) oder einer Kombination aus beiden: magneto-optische Speicherung (z.B. Mini-Disk).

Jeder, der vor 20 Jahren mit 3,5-Zoll-Disketten (oder sogar den Floppy-Disks) gearbeitet weiß, dass die „Haltbarkeit“ bzw. „technische Lebensdauer“ eines Speichermediums eine Herausforderung ist. Hinzu kommen Parameter wie Zugriffszeit oder Speicherdichte (wie viel Bytes kann ich auf einem Speichermedium unterbringen). An eben diesen Kriterien muss sich eine neue Speichertechnologie messen lassen.

Hier bietet der sogenannte DNA-Speicher erstaunliche Parameter. Es handelt sich dabei um die Speicherung von Information auf die gleiche Weise, wie auch unser Erbgut gespeichert wird. Nicht in der binären Form (0, 1), sondern auf Basis der Bausteine Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T). Natürlich lassen sich Buchstaben oder Zahlen ebenso in A/C/G/T-Code übersetzen wie in Binär-Code oder Hexademimal-Code.

Zunächst einmal zur Haltbarkeit des neuen Speichermediums: Bedenkt man, dass man noch heute das Erbgut bereits ausgestorbener Tiere analysieren kann, bekommt man eine Vorstellung davon, wie robust der DNA-Speicher ist. Noch verblüffender ist aber die Speicherdichte: Die ist so hoch, dass der gesamte Inhalt des heutigen, globalen Internets in einen Schuhkarton passen würde (sic!).
Warum wird das dann noch nicht eingesetzt? – Zwar ist die Speicherung von einem Gigabyte an Daten bereits gelungen, aber die Technologie ist noch nicht reif, vor allem an der Zugriffszeit muss gearbeitet werden. Der Speichervorgang dauert noch mehrere Stunden, das Abrufen der gespeicherten Daten mehrere Minuten. Aber es geht voran.

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Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.