Der Agile Festpreis ist ein Vergütungsmodell, das häufig bei Softwareentwicklungsverträgen mit agiler Projektmethodik angewandt wird. Mit diesem agilen Festpreis wird insbesondere der Tatsache Rechnung getragen, dass eine belastbare stabile Aufwandsschätzung zu Beginn eines Projektes nicht möglich ist.

Dieses Vergütungsmodell verzichtet jedoch auf eine Vorab-Aufwandsschätzung nicht: Diese wird analog einer (groben) Releaseplanung in Scrum-Projekten erstellt. Es werden grobgranular die Features beschrieben. Einige ausgewählte Features werden in User Stories heruntergebrochen sowie mit Story Points bewertet. Für die Velocity wird der Praxiswert desjenigen Teams herangezogen, das die Abschätzung der Story Points vorgenomme hat. Auf dieser Basis wird der Gesamtaufwand abgeschätzt.

Da sich beide Vertragsparteien im Klaren darüber sind, dass es sich hierbei nur um eine grobe Schätzung handeln kann, wird im Folgenden ein Risk Share vereinbart. Dieser definiert etwa folgende Regeln: Lag der Aufwand für ein Feature über dem geschätzten Aufwand, wird der Mehraufwand nach einem bestimmten Schlüssel auf Auftraggeber und Auftragnehmer verteilt (z.B. 70% Auftragnehmer, 30% Auftraggeber). Mehraufwand für Neue Features fällt vollständig zu Lasten des Auftraggebers. Und so weiter.

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Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.